Proteine sind aus Aminosäuren
aufgebaute Moleküle. Ein Teil dieser Aminosäuren kann vom Hund
synthetisiert werden, der andere und bei weitem größere Teil ist
essentiell, muss also über die Nahrung zugeführt werden.
Protein ist unerlässlich für
Aufbau und Erhaltung der Körpersubstanz. Als Bausubstanz ist es Bestandteil jeder
einzelnen Zelle, besonders wichtig für Knochen, Sehnen und Muskeln.
Als Wirkstoffe übernehmen Proteine wichtige Aufgaben im Stoffwechsel, sind
sowohl an der Steuerung wie auch am Transport beteiligt. Außerdem spielen
sie eine entscheidende Rolle im Immunsystem.
Über die Nahrung aufgenommenes
Protein wird zunächst im Magen-Darm-Trakt in Aminosäuren zerlegt. Von dort
aus gelangen sie zur Leber, dem zentralen Verteiler, der die Aminosäuren
zu den Körperteilen schickt, wo sie benötigt werden. Werden sie dort
als Bausubstanz benötigt, müssen sie wieder zu Proteinen zusammen gebaut
werden. Die Aminosäurestruktur der benötigten Proteine ist hierbei
vorgegeben. Fehlt eine Aminosäure in dieser Struktur ("limitierende
Aminosäure"), so kann das Protein nicht gebildet werden. Bei einer
unausgewogenen Zufuhr essentieller Aminosäuren kann also Körpersubstanz
nicht oder nur in unzureichendem Maße gebildet werden und z.B.
Muskelschwäche auftreten.
Der Eiweißbedarf eines Hundes
mit normaler Aktivität und mit über 30kg Lebendgewicht liegt bei mindestens 2g je kg
Körpergewicht und Tag, dieser Bedarf steigt mit sinkendem Lebendgewicht, so dass ein Hund von 5kg Lebendgewicht bereits mindestens 3g je kg
Körpergewicht benötigt. Diese Angaben beziehen sich auf verdauliches
Protein, nicht auf Rohprotein.
Durch die Beteiligung des
Proteins an nahezu allen lebenswichtigen Prozessen im Körper wirkt sich
auch ein Mangel vielfältig aus. Das Immunsystem wird geschwächt, der Körper nicht mehr entgiftet und Körpersubstanz
nicht mehr synthetisiert. Äußerliche Anzeichen eines Proteinmangels sind
Untergewicht, Trägheit und ein stumpfes Fell.
Eine Überversorgung schädigt ebenfalls Stoffwechsel und Körpersubstanz, vor allem die Knochen,
aber auch Leber und Niere werden über Gebühr belastet. Erste äußerliche Anzeichen sind Übergewicht
(ungenutztes Protein wird zu Fett umgebaut), verfärbter/stinkender Urin
(Protein wird zu Harnstoff abgebaut) sowie Aas- und Kotaufnahme (enthält
Basen, die der Übersäuerung entgegen wirken).
Tierisches Eiweiß hat eine höhere
Wertigkeit als pflanzliches, da die enthaltenen Aminosäuren dem
Körpereiweiß des Hundes eher entsprechen und somit verdaulicher sind.
Verdaulichkeit tierisches Protein: ~ 95%, Verdaulichkeit pflanzliches
Protein: ~ 60% Es ist davon auszugehen, dass durch die höhere Verdaulichkeit tierischen Eiweiß' die oberen Toleranzen hier wesentlich größer sind als die des pflanzlichen Eiweiß'.

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